Sexueller Missbrauch: FES will Kinder stärken, sich dagegen zur Wehr zu setzen

 

 

In der Vergangenheit ist in Zeitungen und im Fernsehen viel über sexuellen Missbrauch berichtet worden. Kindern macht das Thema oft Angst: Sie fragen sich, ob ihnen auch so etwas passieren könnte. Und viele Erwachsene drucksen herum - es ist ihnen unangenehm, darüber zu sprechen.

Die Friedrich-Ebert-Schule Darmstadt möchte diese Tabu brechen. „Eine Kultur des Hinhörens und Hinsehens ist gerade in diesem Bereich zum Schutz der Kinder besonders wichtig“, sagte Schulleiterin Ulrike Noll am 22.01.20 auf einem Informationsabend zu den Eltern ihrer Schule. „Wir wollen „sexuelle Übergriffe“ zum Thema machen und Kinder stärken, sich dagegen zur Wehr zu setzen.“

Mit einem Theaterstück hat die Friedrich-Ebert-Schule das Thema in den Mittelpunkt gerückt. Eingeladen waren zwei Schauspieler der Theaterpädagogischen Werkstadt Osnabrück, die mehrere Schulwochen mit den Kindern arbeiteten. In dem Stück „Mein Körper gehört mir!“ wurden Situationen aus dem Alltag erzählt, in die sich Kinder leicht reindenken und hineinfühlen können. Mit Rollenspielen, Geschichten und positiven Identifikationsfigurenwurde das schwierige Thema des sexuellen Missbrauchs spielerisch zugänglich gemacht.  Dabei wurden die Schülerinnen und Schüler in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Gefühlswahrnehmung gestärkt und erhielten wichtige Informationen und Hinweise zu eigenen Schutzmaßnahmen. 

„Ziel des Projekts ist es, Kinder zu befähigen, sexuelle Übergriffe als solche zu erkennen, ‚Nein!‘ zu sagen bzw. sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu holen,“ erklärte Ulrike Noll den Eltern. Aktuelle Statistiken zeigten, dass in jeder Schulklasse mindestens ein Kind sitze, das sexuellen Missbrauch erleidet oder erlitten habe, so die Schulleiterin weiter. Angesichts dieser Zahlen stehe die Schule in einer besonderen Verantwortung für Prävention und Intervention.

Mit einem Schutzkonzept will die Friedrich-Ebert Schule zeitnah und professionell auf mögliche Vorfälle reagieren können. Im engen Kontakt steht sie dabei zu Polizei, Schulsozialarbeit und andere Institutionen, deren Vertreterinnen ebenfalls als Gäste geladen waren.

„Wir wollen, dass Missbrauch hier an dieser Schule keinen Raum erhält, aber Schülerinnen und Schüler, die von Missbrauch betroffen waren oder sind, hier Hilfe finden.“

 

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